Swö kollektivvertrag 2019 pdf

Im Gegensatz zu Österreich sind die Tarifverhandlungen im deutschen Sozialdienst zersplittert. Das früher eher “schwache” Feld der Tarifabstimmung auf der Grundlage von Akteuren, die sich an den Tarifverträgen des öffentlichen Sektors orientieren, scheint zu erodieren. Einige Autoren weisen darauf hin, dass Vereinbarungen des öffentlichen Sektors bereits ihre Funktion als Bezugspunkt für die Lohnregulierung im Sozialwesen verloren haben (Kühnlein und Wohlfahrt 2006, S. 392; Grohs und Bogumil 2011, S. 309). Die Akteure vor Ort vertreten unterschiedliche Haltungen in Bezug auf Tarifverhandlungen (Koordinierung), die von gewerkschaftlichen Bemühungen über die (Wieder-)Wieder-)Wiedereinführung sektorweiter Tarifverhandlungen bis hin zu privaten Unternehmen reichen, die ohne kollektive Regulierung ihrer Arbeitsverhältnisse tätig sind. Neue Politiken untergruben die Schaffung und Reproduktion koordinierender Institutionen und Praktiken der Lohnverhandlungen in den deutschen Sozialdiensten, anstatt sie zu erleichtern. Daher werden in den folgenden Abschnitten einige wichtige politische und administrative Entwicklungen auf nationaler und regionaler Ebene skizziert. Der nächste Abschnitt stellt das fragmentierte und lückenhafte Muster der Lohnfestsetzungspraktiken und die immer noch andauernden Kämpfe um die Legitimität und den Wert von Tarifverhandlungen im Sozialen Dienst dar.

Da Arbeitgeber, d. h. Anbieter sozialer Dienstleistungen, Wahrnehmungen, Interessen und Verhaltensweisen haben, die eher wettbewerbsfähige als kooperative Praktiken bei der Lohnfestsetzung unterstützen, werden diese Teilnehmer vor Ort ausführlicher beschrieben. Zugang zu Tarifverträgen der Regierung Kanadas, die Informationen über Die Lohnsätze, die Arbeitsbedingungen, die Beschäftigungsbedingungen und die Urlaubsbestimmungen enthalten. Auf der Seite der Arbeitnehmer schließen zwei Gewerkschaften Tarifverträge im Sozialwesen ab: die Arbeitergewerkschaft GPA-djp, die größte Gewerkschaft Österreichs, und die vida-Gewerkschaft, die in Industrie- und Verkehrssektoren tätig ist. Da sich ihre Organisationsbereiche teilweise überschneiden, koordinieren die beiden Gewerkschaften ihre Mitgliederpolitik, um einen Wettbewerb um Mitglieder zu vermeiden (Interviews 02, 06 und 13). Die Gewerkschaftsdichte im Sozialdienstleistungssektor beträgt etwa 18 % mit großen Unterschieden zwischen den Teilsektoren (Interviews 02 und 13). Trotz dieser relativ geringen Verbandsmacht der Gewerkschaften liegt die Tarifbindung in den österreichischen Sozialdiensten bei etwa 95 %. Die Organisation besteht aus vier Arbeitsgruppen, die bei der Vorbereitung der jährlichen Tarifverhandlungen von großer Bedeutung sind: Die Arbeitgeber des österreichischen Sozialdienstes bildeten zwei wichtige Organisationen. 1995 wurde die “Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt” (BAG) gegründet, um die fünf größten privaten Non-Profit-Anbieter als Lobbyorganisation zu vertreten, aber nicht, um Tarifverhandlungen zu führen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden öffentlichen Auftragswesens und der Auslagerung durch die Regionalregierungen wollten die Arbeitgeber gegenüber politischen Akteuren eine eigene “Stimme” aufbauen (Interviews 05 und 13).